Schweizer Evaluations-Tool zeigt Tirol 2.0 als bestmögliches eGovernment-Projekt

Nach der im November vorgestellten iPhone-App “E-Government Schweiz” und dem zugrunde liegenden Evaluationstool “Utilitas” stellt sich Tirol 2.0 in seiner Konzeption und Zielsetzung als nicht mehr verbesserungsfähiges eGovernment-Projekt dar. Dabei wurden nur die Softfacts des Projekts beurteilt und noch nicht die wirtschaftlichen Auswirkungen in den beteiligten Gemeinden, die bei konsequenter Umsetzung zusätzlich hohe kommunal- und gesamtwirtschaftliche Vorteile bringen.

Bewertung von "Tirol 2.0" mit dem Schweizer Evaluations-Tool Utilitas

Das Werkzeug beurteilt Projekte nach einem umfangreichen Kriterienkatalog und stellt das Ergebnis in Form eines Netzdiagramms dar. Für Tirol 2.0 ergibt sich dabei die bestmögliche Beurteilung.

Hier die einzelnen Kriterien im Detail:

1.    An welche Hauptzielgruppe richtet sich das Vorhaben? Wer sind die potenziellen Nutzer des fertigen Systems?

Alle Zielgruppen – Tirol 2.0 zielt auf die Optimierung der Gemeindeverwaltung und verfolgt dabei gesamtwirtschaftliche Vorteile für alle Stakeholder der kommunalen Verwaltung (Bürger, Wirtschaft, NPOs, andere Behörden).

2.    Wie viele Nutzer / Personen profitieren von Ihrem Vorhaben (Anzahl potenzieller Nutzer im Idealfall)?

> 1000 – Letztendlich profitieren an den Auswirkungen der durch Tirol 2.0 ausgelösten kommunalen Verwaltungsreform alle Tirolerinnen und Tiroler (ca. 710.000), die Gemeindebediensteten und sämtliche wirtschaftlichen Partner der Kommunen.

3.    Wie viele andere Projekte oder Organisationen profitieren von diesem Vorhaben? Können andere Anwendungen oder Organisationen Module, Daten, Resultate, oder Know-How aus diesem Vorhaben wiederverwenden?

Mehrere – Die im Rahmen von Tirol 2.0 standardisierten Verwaltungsverfahren, Formulare und Erledigungsdokumente stehen im Tirol 2.0-Wiki öffentlich zur Nutzung für alle Gemeinden zur Verfügung. Außerdem profitieren das Land Tirol und ihre Bezirkshauptmannschaften durch schlanke, behördenübergreifend vernetzte Verfahren.

4.    Welche Beschreibung passt am besten zu Ihrem Vorhaben (Beschreibung, Zuordnung des Vorhabens in eine Kategorie)?

Mehrere – Die drei angebotenen Kategorien passen allesamt hundertprozentig zu Tirol 2.0.
Infrastruktur: Das Projekt zielt auf die Einführung einer vollständigen, durchgängigen, medienbruchfreien und mit den anderen Behörden vernetzten eGovernment-Infrastruktur in allen Tiroler Gemeinden.
Bereitstellung von Informationen: Tirol 2.0 stellt alle relevanten Informationen für die Abwicklung effizienter Verwaltungsverfahren öffentlich bereit.
Datenaustausch: Ein Kernthema des Projekts ist der elektronische, standardisierte Datenaustausch zwischen den Gemeinden untereinander, mit Shared-Service-Centern und mit den Landesbehörden.

5.    Öffentliche Wirkung – Hat die Realisierung positive Auswirkungen in oder auf die Öffentlichkeit (Zielpublikum, Stakeholder, Medien)?

Hoch – Alle Gemeindeverfahren werden vollständig transparent und öffentlich zugänglich. Die Beteiligten erkennen im Detail die gesetzlichen Rahmenbedingungen wie auch die Spielräume für Ermessensentscheidungen. Die Qualität der Verfahren steigt.

6.    Wird mit der Einführung des Vorhabens eine gesetzliche Vorgabe umgesetzt? Muss das Vorhaben zwingend aufgrund gesetzlicher Vorgaben oder Betriebsvorschriften umgesetzt werden?

Ja, teilweise – Die EU-Dienstleistungsrichtlinie verlangt, sämtliche dienstleistungsrelevanten Verwaltungsverfahren zu optimieren und über den Einheitlichen Ansprechpartner online zugänglich zu machen. Das österreichische E-Government-Gesetz fordert die Anbringung der Amtssignatur auf allen elektronisch erstellten Dokumenten nach dem AVG.

7.    Wie beurteilen Sie das Risiko für die Umsetzung Ihres Vorhabens (Risikobeurteilung bezogen auf Termine, Ressourcen und Qualität, Evaluation der Eintretenswahrscheinlichkeit und der Auswirkung bei Eintreten anhand einer Risikoanalyse?

Gering – Die Umsetzung des Projekts liegt im Zeitplan und steht derzeit mit bereits 43 teilnehmenden Gemeinden auf einer soliden, breiten Basis. Die personellen und wirtschaftlichen Ressourcen sind bis zum Projektsende sichergestellt und die Finanzierung für die Teilnehmergemeinden unproblematisch.

8.    Das Vorhaben steigert die Produktivität – Fallen Tätigkeiten, welche vorher manuell erledigt wurden, weg oder werden einfacher? Entfallen Zustellungen auf dem Postweg? Können mehr Produkte/Resultate in der gleichen Zeit bereitgestellt werden? Können Prozesse messbar schneller oder effizienter abgewickelt werden?

Wesentlich – All diese Fragen können für “Tirol 2.0″ mit einem eindeutigen JA beantwortet werden. Die Einführung des elektronischen Akts (ELAK) und der Dualen Zustellung sowie die Straffung und Optimierung der Verwaltungsprozesse bringen eine erhebliche Produktivitätssteigerung in der kommunalen Verwaltung.

9.    Das Vorhaben hat Innovationscharakter (neue Technologien, Kanäle oder Verfahren werden erschlossen).

Wesentlich – Tirol 2.0 ist als erstes umfassendes eGovernment-Projekt mit Blick auf das gesamte kommunale Umfeld in höchstem Maße innovativ. Die Wiki-Technologie für ein kommunales Expertensystem, die papierlose Verwaltung mit XML-basierter Formulardatenübernahme und elektronischer Zustellung der Erledigungsdokumente, die in das Projekt integrierte Plattform www.buergermeldungen.com als Crowd-Sourcing-Tool für die Beseitigung von Mängeln im öffentlichen Raum und viele andere Module im Rahmen von Tirol 2.0 beschreiten völlig neue Wege in der Verwaltung.

10.    Das vorliegende Vorhaben reduziert die Durchlaufzeit der abhängigen Gesamtprozesse für den Kunden. Der Endkunde wartet messbar weniger lange auf eine Antwort, ein Produkt oder ein Resultat, das er bestellt hat.

Wesentlich – Durch die Standardisierung der Verwaltungsprozesse und die Beseitigung aller Medienbrüche werden die kommunalen Verfahren wesentlich beschleunigt. Außerdem werden dadurch Fehler und Redundanzen reduziert.

11.    Das vorliegende Vorhaben reduziert die notwendige Anzahl von Kontakten. Es fallen weniger Rückfragen, Bestätigungen oder andere Abklärungen zwischen Kunde und Anbieter, resp. zwischen Kunde und Behörde an.

Wesentlich – Aufgrund der zentralen Wartung aller Standards werden die Verfahren rechtlich sicherer und reduzieren damit redundante Kontakte, z.B. sinkt die Zahl der Bescheidaufhebungen aus formalen Gründen. Die hinterlegte Programmlogik der Online-Formulare stellt sicher, dass die Daten zum Start der Verfahren weitgehend vollständig und plausibel eingehen.

12.    Das Vorhaben ermöglicht den medienbruchlosen Durchlauf eines abhängigen Prozesses. Der Prozess kann durchgängig elektronisch abgewickelt werden. Es gibt keine Inkompatibilitäten zwischen Systemen oder Prozessen.

Wesentlich – Tirol 2.0 zielt auf die (auch behördenübergreifend) medienbruchfreie Implementierung ALLER kommunalen Verwaltungsverfahren.

13.    Das vorliegende Vorhaben erhöht die Qualität der prozessrelevanten Daten / Informationen. Aufgrund entfallender Redundanzen, besserer Versionenverwaltung, fest definierter Workflows oder anderer Maßnahmen wird erwartet, dass die Qualität von Daten, Informationen oder Produkten steigt.

Wesentlich – Dies ist eines der Kernthemen von Tirol 2.0. Durch die Standardisierung und Optimierung der kommunalen Verfahren und deren laufender Versionierung werden diese schneller, einfacher und richtiger.

14.    Die Fehlerquote wird durch dieses Vorhaben gesenkt (mehr Integrität für Daten und Informationen, weniger Verarbeitungsfehler, besser funktionierende Systeme, bessere Qualitätssicherung).

Wesentlich – Die Fehlerquote sinkt durch die zentrale Wartung und stetige Anpassung an rechtliche und organisatorische Anforderungen, wie auch durch die Vereinheitlichung der einzelnen Verfahren und die damit verbundene Möglichkeit effizienter Schulungsmaßnahmen.

15.    Das vorliegende Vorhaben erhöht die Kundenzufriedenheit (bessere Dienstleistung gegenüber dem Kunden, Senkung der Gebühren / Preise, usw.).

Wesentlich – Die Kundenzufriedenheit steigt vor allem durch wesentlich raschere, transparente und qualitätsvolle Verfahrensabwicklung sowie durch die Möglichkeit, Verfahren rund um die Uhr von zuhause aus anzustoßen und die Erledigungen elektronisch entgegen nehmen zu können.

16.    Das vorliegende Vorhaben verbessert die Umweltverträglichkeit (reduziert Papier- und Energieverbrauch, weniger CO2-Ausstoß, usw.).

Wesentlich – Durch die vollständig elektronische Abwicklung der Verfahren vom Antragsformular bis zur Zustellung der Erledigungsdokumente wird der Papierverbrauch drastisch reduziert. Beim Kunden entfällt das Mobilitätserfordernis des Posttransfers.

17.    Das vorliegende Vorhaben erhöht die Verfügbarkeit der Dienstleistungen (7 x 24 h wird möglich, andere/bessere Öffnungszeiten, einfacherer Zugang, Barrierefreiheit).

Wesentlich – Alle kommunalen Verfahren mit verfügbaren Online-Formularen können rund um die Uhr barrierefrei nach den WCAG-Richtlinien der WAI in Anspruch genommen werden. Alle relevanten Informationen und Auskünfte werden online bereitgestellt. Durch die elektronische Zustellung entfällt außerdem die Notwendigkeit, hinterlegte Schriftstücke beim nächsten Postamt auszulösen.

18.    Das vorliegende Vorhaben vereinfacht den Dienstleistungsprozess und reduziert Hürden für den Kunden (generelle Vereinfachung, es entfallen Prozess-Schritte oder Hierarchiestufen, Barrierefreiheit wird geschaffen).

Wesentlich – Alle Verfahren werden online zugänglich. Die Prozesse werden als Standards auf ihr rechtlich notwendiges Ausmaß reduziert. Die Zuständigkeiten orientieren sich nicht mehr hierarchisch sondern nach den Kriterien der Prozessverantwortung.

19.    Das vorliegende Vorhaben ermöglicht die Wiederverwendung von Daten / Informationen, Dokumenten oder anderen Ressourcen. Die Beschaffung bringt auch für andere Projekte oder Vorhaben Nutzen oder hilft bei der Bewältigung von weiteren Herausforderungen.

Wesentlich – Tirol 2.0 schafft durch einheitliche Datenstandards und Schnittstellen die Voraussetzung, die Kooperation zwischen den Gemeinden sowie mit anderen Behörden und Shared-Service-Centern auf elektronischem Weg wesentlich zu verbessern.

20.    Das vorliegende Vorhaben erhöht die Rechtssicherheit (z.B. durch die Einbindung von digitalen Signaturen oder anderen Authentisierungsmechanismen, juristische Fragen werden in der Qualitätssicherung berücksichtigt).

Wesentlich – Alle standardisierten Verfahren und Dokumente werden laufend an den aktuellen Stand der Rechtslage angepasst. Die durchgängige Verwendung der elektronischen Amtssignatur stellt die Zuordnung der Dokumente zur Behörde, die Bürgerkarte die eindeutige, rechtswirksame Identifikation des Kunden sicher.

21.    Das vorliegende Vorhaben verbessert die Transparenz für die Kunden (z.B. dank Tracking oder Ticketing, Statusmitteilungen oder personalisierte Accounts, verbesserter Informationsplattform oder erhöhter Informationsfrequenz).

Wesentlich – Alle kommunalen Verfahren werden öffentlich vollkommen transparent dargestellt. Die verfahrensrelevanten Informationen für den Kunden werden zentral gewartet und laufend aktualisiert.

22.    Das vorliegende Vorhaben erhöht die allgemeine Sicherheit (bessere Daten- und Informationssicherheit, besserer Infrastruktur-/Ressourcenschutz).

Wesentlich – Alle Online-Formulare werden zentral gehostet und gewartet. Durch die Möglichkeit, den ELAK und das Archiv im ASP-Betrieb zu nutzen, erschließen sich für die Gemeinden die hohen Sicherheitsstandards eines professionellen Rechenzentrums.

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Bürgermeldungen ausgezeichnet

Das Tirol2.0-Modul www.buergermeldungen.com wurde am 8. November im Rahmen des vom Report-Verlag jährlich ausgelobten eAwards (früher eBiz eGovernment Award) als innovativstes Projekt Tirols mit dem Sonderpreis “T-Systems Innovation Award” ausgezeichnet. Tenor der Jury: „Gute Lösung um das Gemeinschaftsleben effizient zu verbessern“,
„neue Medien optimal eingesetzt“, „Lösung auch für weitere Gemeinden multiplizierbar“.

Tirol2.0-Modul www.buergermeldungen.com

Das Portal bietet Gemeindebürgern eine einfache und hocheffiziente Möglichkeit, Mängel im öffentlichen Raum zu melden.

Die Informationen werden unmittelbar an die zuständige Stelle in der Gemeinde weitergeleitet und kan n so extrem rasch und unbürkratisch bearbeitet werden.

Prok. Pepi Ortner, Kufgem, und Markus Gwiggner, styleflasher, nehmen den eAward 2011 entgegen

Die Meldungen, die auch per iPhone oder Android-Handy direkt vor Ort erfasst werden können, sind sowohl von den Bürgern als auch von Gemeindemitarbeitern und -verantwortlichen kommentierbar und dienen so einer raschen und direkten Kommunikation zwischen den Bürgern und ihrer Gemeinde.

Die Bürgermeldungen wurden von der Firma styleflasher entwickelt und betreut und im Rahmen von Tirol 2.0 durch den Gemeinde-IT-Dienstleister Kufgem vertrieben und in den Teilnehmergemeinden implementiert.

Als geistiger Vater dieses erfolgreichen Moduls bin ich sehr stolz auf diese hohe Auszeichnung.

Die Bürgermeldungen gibt es übrigens auch für Nicht-Tirol2.0-Gemeinden. Anfragen gerne an mich.

Arno Abler
CommunalConsult Tirol

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Tirol2.0-Wiki freigeschaltet

Ich freue mich, die Freischaltung des Tirol2.0-Wiki unter der Domain tirol20.communalconsult.at bekanntgeben zu dürfen.

Das kommunale Tiroler eGovernment-Projekt “Tirol 2.0″ verfolgt die Einführung einer vollständigen, durchgängigen, medienbruchfreien eGovernment-Infrastruktur in allen Tiroler Gemeinden bis 2013 und stellt zu diesem Zweck auf Basis eines kommunalen Leistungskatalogs auch nach und nach alle Gemeinde-Verwaltungsverfahren mit den dazugehörigen Dokumenten als Standards für die elektronisch unterstützte praktische Arbeit in den Gemeindestuben bereit.

Das Projekt, das im Oktober 2010 gestartet wurde, geht nach einer einjährigen Pilotphase mit 20 Tiroler Gemeinden verschiedener Größenklassen nun in seine Phase II, in der neben der individuellen Einführung von eGovernment in den nunmehr 41 Tiroler Teilnehmergemeinden die kommunale Zusammenarbeit durch Spezialisierung und Shared Services sowie der behördenübergreifende Datenaustausch durch Vernetzung von Prozessketten zwischen den Gemeinden und den Landesbehörden im Vordergrund stehen.

Auf dem Tirol2.0-Wiki werden die im Rahmen des Projekts gemeinsam mit den Teilnehmergemeinden erarbeiteten Standards sukzessive veröffentlicht und laufend aktualisiert. Derzeit finden sich dort die in der Pilotphase erarbeiteten ersten 10 kommunalen Leistungen mit den dazugehörigen Prozessdefinitionen, Formularbeschreibungen und Erledigungsdokumenten als empfohlene Standards, die derzeit in die IT-Umgebung der Teilnehmergemeinden eingepflegt werden.

Das Tirol2.0-Wiki wird ab sofort laufend weiterentwickelt und soll unter anderem auch als kommunale Wissensplattform ausgebaut werden, die den Gemeinden zum Erfahrungsaustausch und zur einschlägigen Informationsbeschaffung dient. Alle Inhalte des Wiki stehen unter der Creative-Commons-Lizenz CC-by-sa 3.0. Eine Registrierung für die aktive Gestaltung von Beiträgen aus dem kommunalen Bereich wird in Kürze möglich sein.

Das semantische Wiki entstand mit technischer Unterstützung durch Mag. Bernhard Krabina vom KDZ als Portal für “Tirol 2.0″ und wurde im Rahmen der Auftaktveranstaltung der Phase II des Projekts am 3. November den Teilnehmergemeinden erstmals vorgestellt. Das vom Land Tirol und dem Tiroler Gemeindeverband getragene Projekt “Tirol 2.0″ hat damit einen weiteren Meilenstein auf seinem ambitionierten Weg zu professionellem und effizientem eGovernment auf Gemeindeebene erreicht.

Arno Abler
CommunalConsult Tirol

 

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Online-Umfrage zur Pilotphase von Tirol 2.0

In einer vom 8. bis 21. Oktober durchgeführten anonymen Online-Umfrage unter den 20 Teilnehmergemeinden der Pilotphase wurde einerseits ein Resümee über die ersten 12 Monate des Projekts “Tirol 2.0″ gezogen und andererseits Anregungen und Vorschläge für den weiteren Weg des kommunalen Tiroler eGovernments gesammelt. Schwerpunkte waren die Akzeptanz der organisatorischen Abwicklung, der praktische Einsatz des eGovernment-Frameworks in den Gemeinden, der Nutzen der bisher erarbeiteten 10 Pilotprozesse und die Einschätzung über künftige eGovernment-Module und kommunale Kooperationen.

Die Umfrage hat aufgrund des extrem geringen Samples keine statistische Relevanz und ist vor diesem Hintergrund lediglich als grobes Meinungsbild und als Grundlage für die Fokussierung künftiger Schwerpunkte zu sehen.

Die wesentlichen Ergebnisse der Umfrage werden im Folgenden dargestellt:

Beurteilung der Projektziele

Elektronischer Behördenaustausch, einheitliche eGovernment-Infrastruktur und die Standardisierung der Online-Formulare werden als besonders wichtig angesehen, aber alle Projektziele betrachtet man als sinnvoll.

Umsetzung der eGovernment-Module

Die bisherige Umsetzung in den Gemeinden ist sehr heterogen. Allerdings sind einige Module wie der zentrale Formularserver und die Duale Zustellung erst in Kürze verfügbar. In fast allen Gemeinden ist jedenfalls der vollständige Einsatz der verfügbaren Module geplant.

Interesse am Einsatz weiterer eGovernment-Werkzeuge

Der Einsatz von eGovernment-Werkzeugen außerhalb der Kerninfrastruktur stößt auf geteiltes Interesse. Nur die kommunale Wissensplattform und ein regelmäßiger Newsletter werden von mehr als zwei Drittel der Pilotgmeinden mit Interesse erwartet.

Nützlichkeit der bisher erstellten Standards

Bis auf die Abwicklung von Urlaubsanträgen, dem einzigen rein internen Verfahren, werden alle in der Pilotphase standardisierten Kommunalverfahren als sehr nützlich bewertet.

Sinnhaftigkeit von Gemeindekooperationen

Die kommunale Zusammenarbeit ist erwartungsgemäß ein heißes Eisen. Die Pilotgemeinden könenn sich diese vor allem im Beschaffungswesen, der Betreuung von kommunalen Immobilien und im Bereich der IT vorstellen.

 

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Duale Zustellung in Tiroler Gemeinden vor dem Start

Der wohl gravierendste Medienbruch in Behördenverfahren tritt trotz perfekt abgestimmter elektronischer Aktenführung und optimal gestalteten Schnittstellen zu Online-Formularen und Fachanwendungen traditionell dann auf, wenn am Ende des im ELAK vollständig abgewickelten Verfahrens das jeweilige Erledigungsdokument ausgedruckt, kuvertiert, frankiert und per Post an den Empfänger expediert werden muss. Dieses Problem war den Köchen des österreichischen eGovernment-Konzepts von Anfang an bewusst und führte letztendlich zur genialen und europaweit einzigartigen Einrichtung der Dualen Zustellung, die in Kürze auch in den Tirol2.0-Gemeinden eingesetzt wird.

Das Hauptaugenmerk liegt dabei natürlich auf jenen kostenintensiven Sendungen, die die Behörde aufgrund daran geknüpfter Rechtsfolgen jedenfalls nachweislich (RSa bzw. RSb) zustellen muss, was bisher nur durch physische Unterschrift auf einem Rückschein möglich war. Durch den Einsatz der österreichischen Bürgerkarte funktioniert das aber nun im Wege der Dualen Zustellung auch bequem am heimischen PC, sofern man sich ein kostenloses Zustellpostfach bei www.meinbrief.at oder www.brz-zustelldienst.at eingerichtet hat.

Das Prinzip ist ganz einfach! Die Behörde sendet das Erledigungsdokument elektronisch an einen spezialisierten Zustelldienst, der die Zustellung in folgender Reihenfolge wenn möglich papierlos abzuwickeln versucht:

  1. Über einen zentralen Zustellkopf wird geprüft, ob der Adressat über ein offizielles Zustellpostfach verfügt. Ist dies der Fall wird das Dokument dort elektronisch hinterlegt, der Adressat darüber per eMail verständigt und bei Aufruf des Dokuments automatisch ein elektronischer Rückschein an den Absender versandt, der die Voraussetzungen der Nachweispflicht laut Zustellgesetz vollständig erfüllt.
  2. Verfügt der Adressat noch nicht über ein solches Zustellpostfach, das für den Empfänger vollkommen kostenlos ist, wird das Dokument, falls kein Zustellnachweis erforderlich ist und eine gültige eMail-Adresse vorliegt, als Registered Mail übermittelt.
  3. Bei nachweislicher Zustellung ohne Zustellpostfach und bei Fehlen einer eMail-Adresse wird das Dokument über eine Druckstraße zentral ausgedruckt und auf herkömmlichem Weg postalisch zugestellt.

Leicht einzusehen, dass die Ämter ein unmittelbares Interesse haben, die Quote der Zustellpostfächer ihrer Kunden rasch und wirksam zu steigern und in Eichhörnchenmanier die eMail-Adressen ihrer Bürgerinnen und Bürger zu sammeln, sparen sie sich doch durch die vollelektronische Zustellung sehr viel Geld.

Aber auch der Empfänger hat normalerweise erhebliche Vorteile: Jeder weiß wohl aus eigener Erfahrung, wie lästig es sein kann, wenn man nach einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause kommt und dann im Postkasten einen gelben Zettel mit dem Hinweis vorfindet, dass ein behördliches Schriftstück leider nicht persönlich übergeben werden konnte und man dieses in den nächsten Tagen beim – im ländlichen Raum oft recht abgelegenen – nächsten Postamt abholen soll. Dafür muss man sich dann möglicherweise extra frei nehmen.

Wie schön, wenn man es sich jetzt stattdessen am Abend oder am Wochenende in Ruhe vor seinem PC gemütlich machen und – wie man selbstverständlich auch täglich den Postkasten checkt – völlig stressfrei eMails und elektronische Zustellungen entgegennehmen kann.

Voraussetzung für ein kostenloses Zustellpostfach ist jedoch die – ebenfalls kostenlose – Aktivierung der Bürgerkarte entweder auf der eCard oder auf dem Handy, weil nur diese die eigenhändige Unterschrift ersetzen kann.

Im Rahmen des Projekts “Tirol 2.0″ haben wir uns daher als Ziel gesetzt, dass in jeder Teilnehmergemeinde die Freischaltung der Bürgerkarte mit Unterstützung bei der Einrichtung eines Zustellpostfachs angeboten wird. Frei nach Neil Armstrong: Ein kleiner Aufwand von fünf Minuten – ein großer Vorteil für alle Zukunft.

Dazu bilden wir in Zusammenarbeit mit dem Bundeskanzleramt etwa halbjährlich so genannte Registration Officers (RO) aus, die danach befähigt und berechtigt sind, selber die Bürgerkarte für ihre Gemeindekunden zu aktivieren. Die Tirol2.0-Gemeinden Assling, Bad Häring, Brixlegg, Flaurling, Hall, Kaunertal, Kramsach, Kufstein, Lienz, Mils, Obertilliach, Reith bei Seefeld, Telfs, Tux und Untertilliach bieten diesen einmaligen Bürgerservice bereits an und sparen damit sich und ihren Bürgern Zeit und Geld.

Die Bürgerkarte können Sie sich übrigens ganz bequem auch hier aktivieren lassen. Klicken Sie doch einfach mal drauf :-)

Arno Abler
CommunalConsult Tirol

 

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