OpenGovernment in Deutschland

Die deutsche Bundesregierung hat am 18. August in Anlehnung an die nationale eGovernment-Strategie das Regierungsprogramm “Vernetzte und transparente Verwaltung” beschlossen. Das zukunftsweisende Programm zielt mit 20 konkreten Maßnahmen zwar vordergründig nur auf die Bundesverwaltung ab, fordert aber neben der horizontalen auch eine vertikale, ebenenübergreifende Kooperation sowie die Einrichtung von gemeinsamen Kompetenz- und Dienstleistungszentren (Shared Service Centers). Unter anderem soll ein neu zu erstellendes Organisationskonzept zur elektronischen Verwaltungsarbeit (E-Verwaltung) das bisherige DOMEA-Konzept ablösen.

Augenfällig in dem Papier und prinzipiell für alle Verwaltungsebenen sinnvoll ist die Forderung, den aktuellen Leistungskatalog und die Abwicklung der Leistungserbringung der einzelnen Behörden kritisch zu überprüfen. Dies führt zu einer grundsätzlichen Aufgabenkritik und in der Folge zu einer Evaluierung der konkreten Verwaltungsabläufe (Prozesse). Dies wiederum zieht unweigerlich nach sich, dass die traditionell funktionalen, hierarchischen Verwaltungsstrukturen zugunsten einer horizontalen, prozessorientierten Ausrichtung in den Hintergrund treten.

Eine ähnliche Änderung der Sichtweise ist auch in Österreich notwendig, aber auch schon dort und da im Gange – Erkenntnisse zur Definition moderner Verwaltungsorganisationen, die im Konzept des New Public Management bereits in den 80er Jahren aufgezeigt wurden. Diese Neuorientierung ist Grundvoraussetzung für ein effizientes, leistungsfähiges eGovernment-Framework.

Besondere Beachtung im deutschen Regierungsprogramm verdient auch das erstmalige Bekenntnis zu OpenData und OpenGovernment. Nach den Vorbildern USA und Großbritannien will nun auch Deutschland damit beginnen, Daten der öffentlichen Hand auch tatsächlich öffentlich zugänglich zu machen und wird damit Innovationen, Arbeitsplätze und Wertschöpfung auslösen. Dazu fehlt in Österreich bis dato nicht nur das Commitment sondern auch eine einschlägige politische Diskussion, die aber mit Sicherheit nicht lange auf sich warten lassen wird.

Arno Abler
CommunalConsult Tirol

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Eine Antwort auf OpenGovernment in Deutschland

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