(AA) Mit Ende September 2011 wird die erste Phase des Projekts „Tirol 2.0“ abgeschlossen sein. 20 Tiroler Städte und Gemeinden sind vor einem Jahr auf die Reise in das verheißene Land des eGovernment aufgebrochen, haben begonnen, sich in ihrer neuen Umgebung einzurichten, und gemeinsam neue Arbeitsgrundlagen erstellt. Man fühlt sich ein wenig an Zeiten erinnert, als ein paar einsame Schiffe voller mutiger Abenteurer über den Ozean nach Westen aufbrachen, um unbekanntes Land zu erschließen und den Grundstein für eine neue Welt zu legen.
Die Pioniere sind angekommen, haben ihre ersten Erfahrungen hinter sich und beginnen nun, sich auf einen normalen Alltag unter den neuen Bedingungen der elektronischen Verwaltung einzurichten. Jetzt ist die Zeit der First Follower gekommen, jener Gemeinden, die am Aufbau der neuen Ordnung ebenfalls aktiv mitgestalten wollen, die sich rechtzeitig orientieren und ihre Möglichkeiten und Chancen abstecken möchten, bevor unweigerlich der große Run beginnt und alle Übrigen sich auch ihren Platz in der vernetzten, hocheffizienten Verwaltungswelt sichern wollen.
Diese zweite Phase der Tiroler Reise ins kommunale eGovernment beginnt nun mit Oktober. Die ersten zehn Gemeindeverfahren wurden bereits in der Phase I mit Formularen und Erledigungsdokumenten vollständig standardisiert. Sie sind nun einsetzbar und werden in den beteiligten Gemeindeämtern nach einer gewissen Einarbeitungszeit erheblich Zeit und Geld sparen. Jetzt gilt es, gemeinsam mit den Neuankömmlingen in der Phase II diesen Weg weiterzugehen und nach und nach alle relevanten Verwaltungsprozesse auf die bewährte Weise abzubilden und als Empfehlungen für die Praxis in den kommunalen eGovernment-Frameworks einzurichten.
Gleichzeitig werden im zweiten Jahr der Initiative erste Erfahrungen mit elektronischer, behördenübergreifender Kooperation gesammelt – zwischen den Gemeinden und den betroffenen Landesbehörden wie auch zwischen den Gemeinden untereinander. Das wird nach der Einführung der individuellen elektronischen Verwaltungsinfrastruktur in den einzelnen Gemeinden ein weiterer Riesenschritt zu mehr Effizienz und Effektivität in den Tiroler Rathäusern sein.
Die Zusammenarbeit von Gemeinden im Backoffice-Bereich (z.B. im Facility-Management, beim Beschaffungswesen oder bei Sachverständigengutachten) ist erst durch eGovernment überhaupt sinnvoll möglich und wird den Kommunen in Zukunft helfen, deutlich Ressourcen zu sparen.
Gleich dem verheißungsvollen Ziel, für das die Pioniere vergangener Zeiten keine Mühen scheuten und nicht ruhten, bis sie es erreicht und in ihrem Sinne gestaltet hatten, steht auch die moderne elektronische Verwaltung am Ende einer oftmals sicher auch beschwerlichen Reise, die sich aber allemal lohnen wird.
Arno Abler
CommunalConsult Tirol






