Staatssekretär unterstützt eGovernment

Es ist sehr begrüßenswert, dass Verwaltungsreform-Staatssekretär Andreas Schieder die Vereinfachung der Amtswege propagiert und die österreichischen eGovernment-Anstrengungen unterstützt. Via ORF anschaulich gemachte praktische Beispiele wie die Verkürzung des KFz-Anmeldeverfahrens oder die Verfahrensbündelung in der Lebenslage “Geburt” sind sehr dazu angetan, den Bürger und die Bürgerin positiv auf die künftigen elektronischen Verwaltungswege einzustimmen.

Auch die Vernetzung der Behörden (“die Daten sollen laufen, nicht die Kunden”) ist ein ganz zentrales Ziel jeder Verwaltungsreform und als solches von Anfang an in das österreichische eGovernment-Konzept integriert. Dabei setzt die Kundenorientierung aber voraus, dass vor allem die Kommunen in diese Vernetzung mit einbezogen werden, schließlich werden die meisten Behördenverfahren vor Ort in den Gemeindeämtern abgewickelt oder zumindest ausgelöst. Gerade hier könnten die Anstrengungen ruhig noch ein wenig verstärkt werden. Der Meldezettel ist in diesem Sinne wahrlich ein Relikt aus der K.u.K-Zeit und wird in Bälde hoffentlich nur mehr historische Bedeutung haben.

Was jedoch in dem Beitrag ein wenig erstaunt, ist die Ankündigung der mobilen Bürgerkarte auf dem Handy – der ORF bezeichnet sie als “eine Art elektronischer Unterschrift” für erst in einem Jahr, ist selbige doch bereits seit einigen Monaten allgemein verfügbar und funktioniert – zumindest bei mir – in der Praxis wunderbar. Man soll sein Licht nicht unter den Scheffel stellen, Herr Staatssekretär! Österreich hat mit dem mobilen Bürgerkarten-Konzept bereits einen Riesenschritt gemacht, welcher früher oder später (korreliert mit der Anzahl und dem Nutzen der verfügbaren Anwendungen) unweigerlich zu breiter Akzeptanz in der Bevölkerung führen wird.

Bei eGovernment-Diensten wie Finanz-Online, e-tresor, meinbrief.at, postserver.at oder dem österreichischen Paradeportal help.gv.at ist die Online-Bürgerkarte längst gelebte Praxis. Und laufend kommen neue Anwendungen hinzu, die auf einfache und bürgerfreundliche Authentifizierung bauen. Der heimische Zertifizierungsdiensteanbieter a-Trust ermöglicht die unkomplizierte Implementierung in Behördenportale und -anwendungen. Die Handy-Bürgerkarte kann man problem- und kostenlos über Finanz-Online oder mit der eCard-Bürgerkarte aktivieren.

Die mobile Bürgerkarte auf dem Handy ist – der herkömmlichen bekannten Version auf der e-Card völlig gleichwertig – ein qualifiziertes Zertifikat, welches als solches rechtsgültige “Unterschriften” (qualifizierte Signaturen) auf Formularen, Dokumenten und Anträgen ermöglicht. Die Zukunft hat in Österreich also erfreulicherweise schon begonnen :-)

Arno Abler
CommunalConsult Tirol

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Eine Antwort auf Staatssekretär unterstützt eGovernment

  1. Elvira sagt:

    Hallo Arno!

    Genau, ich hatte den gleichen Gedanken, wieso die mobile Signatur ein Jahr in die Zukunft gelegt wird, wenn sie schon praktiabel einsetzbar ist. Werde mich mal bei den zuständigen Herren erkundigen.

    Liebe Grüße aus Wien,
    Elvira

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